«7 Leben»

Herr Kater, Sokrates und die Wahrheit

Premiere: 15. September 2018

«7 Leben» Herr Kater, Sokrates und die Wahrheit Premiere: 15. September 2018

Da räkelt sich Herr Kater in seinem Stuhl Fauteuil. Genussvoll hört er seinem Weltempfänger zu und lacht sich krumm. Weil er als Katze Zugang zu allen Orten hat, weiss er viel zu erzählen und versucht manchmal sogar, sich einen Reim auf das Gehörte zu machen. Herr Kater versucht die Menschen zu verstehen. 

 

Galizia erzählt nicht nur, er ist eine Figur: Herr Kater. Ob er eine Katze ist oder nur so heisst ist unwichtig.  Jedenfalls spielt Galizia etwas Irres, Schwarzes. Kater hat sich in seine Kammer zurückgezogen um seine Erlebisse zu ordnen und immer wieder kommt ihm da Sokrates mit seinen Fragen in die Quere und rüttelt an seinem Weltbild.

 

So ratlos wie er selbst ist, lässt er das Publikum zurück aber gefüllt mit Geschichten und Fragen, die die Menschen über sich lachen lassen und über die sie eine Woche lang den Kopf schütteln können. Aber vielleicht auch mit der gar nicht so neuen Erkenntnis , dass über allem dann doch wieder die Liebe steht.

 

Und:

Herr Kater singt auch. Mit Leidenschaft und Humor.

Herr Kater kann elegant sein, wenn er will. Er kann sich aber auch cool auf der Gasse bewegen. Der Geruch von Bier, Makeup, Schweiss, Tränen und Sperma machen ihm dann keine schlechte Laune. Er reizt ihn zu neuen sonderbaren Geschichten. Über das Wellness-Hotel am Rande der Wüste. Über den besten Wurst-Käse-Salat im mittleren Osten. Über seinen Zirkus-Vergangnheit.

 

Herr Kater weiss, dass man die Menschen nicht an dem messen soll, was sie sagen, sondern in dem, was sie nicht sagen. Interessant sind nicht die Gesetze und Regeln, nein, spannend wird es erst bei den Ausnahmen.

 

Dabei geht es dem Kater nicht darum, in allem Recht zu behalten. Es geht ihm nicht darum, alles besser zu wissen. Es geht ihm bloss um die Wahrheit. 

 

Und die will er herausfinden. Will die Menschen ermuntern, selber nach der Wahrheit zu suchen. So wie Sokrates[1], der am helllichten Tag in Athen mit einer angezündeten Öllampe herumlief und auf die Fragen der Griechen, was das soll, antwortete, er suche die Wahrheit.


[1]Sokrateswurde um 470 v. Chr. geboren. Wurde berühmt für den Spruch "Ich weiß, dass ich nichts weiß", wurde wegen Gotteslästerung und Verführung der Jugend zum Tode verurteilt.